Bike Transalp 2017

Nach 2015 ist Ralf Kropp vom Santos Rohloff Team zum zweiten mal mit bei der Tour am Start.

Ralf Kropp und Patrick Gall vom Santos Rohloff Team haben sich auf das Abenteuer über die Alpen gewagt. Die Transalp 2017 zeigte in einer Woche wieder viele Höhen und einige Tiefen und großen Sport. Mit dem 4. Platz schrammte das Team hauchdünn am Podium vorbei. Eine starke sportliche Leistung.

Unterwegs auf der Transalp 2017 mit Ralf Kropp vom Team Santos Rohloff und seinem neuen Teampartner Patrick Gall. Beide auf Bikes von Santos mit Rohloff SPEEDHUB 500/14. Vom  6. bis 22. Juli 2017 ging es in sieben Etappen über etwa 550 km und 18.000 Höhenmeter über den Alpenhauptkamm zum Ziel nach Riva del Garda.

 

1. Etappe von Mayerhofen nach Brixen

Da wir beide schon Topergebnisse auf der Transalp erzielt haben, dürfen wir uns im Startblock A 2 aufstellen. Neutralisiert geht es kurz durch Mayerhofen, bevor dann schon der Anstieg zum Schlegeisspeicher beginnt; erst Teerstraße und dann Forstweg. Wir sind zwar noch nie zusammen gefahren, dennoch finden wir genau die Geschwindigkeit, die uns beiden liegt. Nach dem See geht es noch über das Pfitscherjoch – eine anspruchsvolle Passage. Über einige steile, verblockte Stücke muß das Rad geschoben oder getragen werden. Und auch in den Abfahrten harmoniert unser Team schnell, wir gehen aber nicht zu viel Risiko ein. Auf der 40 Kilometer langen Abfahrt bis Mauls steht uns ein breites Grinsen im Gesicht, bevor es noch einmal knackig zum Vasler Jöchl hinauf geht. Es folgt noch eine anspruchsvolle Abfahrt nach Brixen, wo schließlich nach 104,79 Kilometer und über 3.100 Höhnmeter das Ziel erreicht ist. Die Temperaturen sind so hoch angestiegen, dass der Brunnen im Zielbereich für eine ordentliche Erfrischung herhalten muss. Unser Etappenergebnis: Platz 6 in der Altersklasse Grand Master.

 

2.    Etappe von Brixen nach St. Vigil

Wir starten die Etappe gleich mit einem Hammer: Dem Anstieg zur 1.700 Meter hoch gelegenen Rossalm. Unser Team meistert den Anstieg bestens, auch wenn es sich ein wenig zieht wie Kaugummi. Dazu kommt die vom Himmel brennende Sonne, sie läßt den Schweiß nur so fließen. In der folgenden Singeltrailabfahrt begegnen wir dem führenden Frauenduo mit Ester Süß. Weiter aufwärts geht es dann in Richtung Würzjoch. Sabine, die Freundin von Ralf, versorgt uns bei der zweiten Verpflegung erneut mit Getränken, bevor es für uns in einer rasanten Abfahrt Richtung St. Vigil geht. Ein bissiger Gegenanstieg sowie ein kleiner Anstieg zum Ziel tun noch einmal richtig weh in den Beinen. Unser Team wird für den harten Kampf in der Sonne und mit den Höhenmeter mit Platz 4 belohnt. In der Gesamtwertung rutschen wir auf Platz 5. Für die nächste Etappe bedeutet das Startblock A 1 inmitten der Topfahrer wie Urs Uber, Alban Lakata, Markus Kaufmann und den anderen.

 

3. Etappe von St. Vigil nach St. Christina

 Das Team Santos Rohloff wird wie die Profis namentlich aufgerufen, um in den Startblock A zu kommen. Ein Vorteil, denn es bedeutet, dass wir ohne Stress einen günstigen Platz im Startblock bekommen. Die Etappe startet an diesem und am Folgetag bereits um 8 Uhr. Mit hohem Tempo geht es auf der 2-4% ansteigenden Straße hinauf nach Pederü. Wir können im Windschatten das Tempo der Topfahrer mitgehen. Doch als der Asphalt endet, wird es steil und das Feld zieht sich in die Länge. Oben am Limojoch angekommen, verflacht die Strecke für eine Weile, bevor es in eine Abfahrt geht, die für fast alle unbefahrbar ist. Zuviel Risiko möchte keiner eingehen, denn alle wollen noch in Riva del Garda gesund und heil ankommen. Das Landschaftsbild ist phänomenal – die Sonne beleuchtet die Felsen der Südtiroler Alpen, die noch mit kleinen Wölkchen bedeckt sind. Allerdings weicht der schöne Ausblick schnell  dem Tunnelblick und der Konzentration auf die Strecke. Über das Sellerjoch zur sogenannten Steinernen Stadt unter der Südostwand des Langkofels sind noch einige steile Anstiege zu bewältigen. Darunter manche, die so steil sind, dass man besser schiebt, um nicht zu viele Könner zu verlieren. In der Steineren Stadt führt die Strecke um große Felsblöcke herum. Einfach genial. Erhöhte Aufmerksamkeit ist gefordert, weil viele Wanderer auf der Strecke sind und die Geschwindigkeit der Fahrer unterschätzen; hier hätte es eine intelligentere Steckenführung gebraucht. Kurz vor dem Ziel treffen wir auf das Schweizer Team Bikewerkstatt, das bislang auf dem 3. Platz lag. Nun geht es in einen steilen Trail herunter nach St. Christina. Der ist durch die Nässe so glatt, dass der erste Schweizer zu Sturz kommt und wir beide mit dem zweiten Schweizer daraufhin auch zur Seite wegrutschen. Aber schnell sitzen wieder alle auf den Sattel und wir sprinten ins Ziel.

 

Etappe 4 von St. Christina nach Kaltern

 Die Königsetappe mit 3.001 Metern bergauf, 3.994 Metern bergab und 98,44 Kilometern Gesamtlänge. Das verspricht jede Menge Vollgas. Vom Start weg geht es steil zur Seiser Alm hoch. Wie eine Schlange windet sich der Tross der Fahrer die Serpentinen hinauf. Nach einer rasanten Abfahrt folgen mehrere kleine Anstiege und ein längerer nach Deutschnofen. Kräfte können dann in einer Abfahrt über 1.200 Höhenmeter nach Leifers gesammelt werden. Jetzt heißt es, als Gruppe gut zu harmonieren, denn es ist flach und gute Teamarbeit bedeutet schnelles Vorwärtskommen. Wir haben Glück und finden Fahrer, mit denen man gut kreiseln kann. Die Hitze und ein Minipass fordern bei Kilometer 93 nochmal alles von uns, bevor das Ziel erreicht ist.

 

Etappe 5 von Kaltern nach Trento Gesamtstrecke

 Die ersten Kilometer der heutigen 84,73 sind neutralisiert, dabei geht es bergab bis Neumarkt. In der neutralisierten Phase muss man höllisch aufpassen, da immer wieder Fahrer versuchen, ihre Position zu verbessern. Es wird auf Bürgersteigen und ganz außen überholt, bis entgegenkommende Autos die Fahrbahn verengen. Immer wieder kommt es zu Stürzen, wenn sich die Fahrer mit dem Lenker verhaken oder das Vorderrad beim Vordermann einfädelt. Die Lage entspannt sich erst, als der Anstieg zum Gfrillner Sattel mit 1.200 Höhenmetern beginnt. Oben angekommen, geht es wellig weiter, bevor eine lange und teilweise anspruchsvolle Abfahrt folgt. Ein befreundetes Team motiviert Patrick und so entsteht ein kleines internes Rennen, wobei wir ein leicht erhöhtes Risiko in der Abfahrt eingehen. Doch alles geht gut. In Lavis steht wieder unser bewährtes Serviceteam und versorgt uns nochmals mit Trinkflaschen. Es folgt ein Anstieg zum Monte Calisio sowie eine der anspruchsvollen Abfahrten – noch einmal ist unsere ganze Konzentration gefordert. Der nun folgende schmale Pfad ist nicht nur mit steilen Abschnitten und Felsen gespickt, sondern hat auch noch sehr enge Spitzkehren zu bieten. Danach heißt es nochmal ordentlich auf`s Pedal zu drücken, bevor schon die Zeitnahme einige Kilometer vor Trento erfolgt.

 

Etappe 6  von Trento nach Lavarone

Mit nur 49,45 Kilometern die kürzeste Etappe. Nur geht es leider viel mehr hoch als nach unten –  ganze 2.002 Meter bergauf und nur 1.039 Meter bergab. Der erste Anstieg mit 700 Höhenmetern ist ein längerer Part, der Rest ist ein stetiges Auf und Ab mit vielen interessanten Trails. Den höchsten Punkt erreichen wir am Monte Tablat, aber hier werden alle Fahrer mit einer Abfahrt im Bikepark von Lavarone ins Ziel belohnt. Fast geschafft, Platz 5 insgesamt. Morgen nochmal aufs Bike und dann feiern.

 

Etappe 7 von Lavarone nach Riva del Garda

 

 Die letzte Etappe hat es nochmal in sich. Die Beine der Fahrer sind müde und die Konzentration lässt nach, so erwischt es doch noch den ein oder anderen mit einem Sturz. Das Santos-Rohloff Team bleibt aber verschont, wir haben nur ein Reifendefekt, den die Milch nicht abdichten kann. Auf einem Radweg ist nochmals volle Konzentration gefordert, da nicht viel Platz ist und uns andere Radler entgegen kommen. Das Schlimmste steht uns noch bevor: der finale Anstieg zum Monte Faé. Die Sonne brennt so mächtig vom Himmel, dass die Temperaturen in der stehenden Luft ins Unerträgliche steigen, die Schweißperlen laufen in Bächen vom Kopf am Gesicht herunter. Jede Erfrischung wird von den Fahrern dankend angenommen. Als wir Monte Faé erreichen, ist die Luft etwas raus und in den kleinen Gegenanstiegen tun wir uns doch etwas schwer. Die Abfahrt nach Nago schließlich ist erneut anspruchsvoll. Dann die letzten 10 Kilometer flach ins Ziel. Es ist geschafft, wir haben Platz 4 in der Gesamtwertung erreicht. Jetzt das Finisher Shirt und die Medaille holen, Party mit Bier und Wein machen und zur Abkühlung in den Gardasee springen. Unser Fazit: Schade, dass es nicht fürs Podium gereicht hat, aber die Leistungsdichte war dieses Jahr besonders hoch. Besonders in der Grandmaster Klasse. Das Santos Bike war mal wieder genial. Die Rohloff läuft immer und man braucht sich keine Sorgen über Defekte machen. Xenofit versorgte uns ausreichend mit Mineralien und Kohlehydraten. Selbst nach 7 Tagen mit 50 Gels und zwei Dosen Competitionpulver hatte der Margen keine Probleme und die Riegel schmeckten immer noch so gut wie am ersten Tag.