TOUR DIVIDE 2012

Mit der Rohloff Speedhub in 22 Tagen von Kanada nach Mexiko


Entlang der Great Divide, der kontinentalen Wasserscheide Nordamerikas, die die Abflüsse zum Pazifik und Atlantik trennt, führt die weltweit längste Mountainbike Route, von Banff in Kanada bis zur mexikanischen Grenze.

Die 4.500 km lange Strecke durch die Rocky Mountains überwindet dabei elf dreitausender Pässe, am Indiana Pass in Colorado ist die Luft auf über 3.600 m Meereshöhe deutlich dünner als an jedem mit dem Rad befahrbaren Punkt der Alpen.

Landschaftlich wird so einiges geboten, von den kanadischen Rocky Mountains Nationalparks und den Bergen Montanas, den fast endlosen Weiten des Cowboy-Staates Wyoming zum höchstgelegenen US- Bundesstaat Colorado und schließlich durch Neu Mexiko bis zur mexikanischen Grenze. Vom borealen Nadelwald bis zur Wüste "erfährt" man im wahrsten Sinne des Wortes fast alle Vegetationszonen unserer Erde.


Die über hundert Starterinnen und Starter, die sich am 8. Juni im kanadischen Banff auf den Weg machten, sind dabei ausschließlich auf sich selbst angewiesen, Unterstützung seitens des Veranstalters oder gar durch Support- Teams ist nach dem Reglement verboten. Neben der eigentlichen sportlichen Leistung stellen Orientierungsvermögen, die klimatischen Unterschiede von Neuschnee bis zur Wüstenhitze und Trockenheit die größten Herausforderungen dar. Das Rad und Gepäck muss meilenweit durch Schneefelder geschoben werden, es sind Flüsse und gefällte Waldabschnitte zu durchqueren. Darüber hinaus ist wegen der großen Abgeschiedenheit und der Präsenz von Wildtieren eine starke Psyche unerlässlich.

Der Heidelberger Klaus- Georg Deck stellte sich im vergangenen Monat dieser Herausforderung und erreichte nach gut 22 Tagen als 16. das Ziel in Antelope Wells, einem unscheinbaren Grenzposten an der US-Mexikanischen Grenze. "Anzukommen war für mich das primäre Ziel, denn fast die Hälfte der Teilnehmer muss vorzeitig aufgeben. Dass es dabei zu einer solch guten Platzierung reicht, hätte ich nie geträumt."

Mentale und psychische Herausforderungen vor dem Hintergrund sportlicher Höchstleistung machten für den promovierten Mathematiker dieses Unternehmen zu einem unvergesslichen Ereignis. Tagesetappen von über 250 km und mehr als 4000 Höhenmetern waren dabei keine Seltenheit. "Etwas mulmig war mir schon, auf über 3000 m mit einer ultraleichten Biwakausrüstung neben Bärenspuren zu campieren und dazu noch alleine, aber die Müdigkeit ließ keine Gedanken in dieser Richtung zu", so der Heidelberger, der sich fast zwei Jahre lang auf dieses Ereignis vorbereitet hatte.


Da die Wahl der Ausrüstung und des Materials bei solchen Unternehmungen eine wesentliche Rolle spielt, setzte er in punkto Schaltwerk auf Zuverlässigkeit und ging mit einer Rohloff Speedhub an den Start. Keine schlechte Wahl, denn die Fahrradnabe der Superlative war im Teilnehmerfeld mehrfach vertreten: So war neben dem Gesamtsieger Ollie Whalley auch das schnellste Tandem mit dem Exportschlager aus Hessen erfolgreich unterwegs.

Dass Klaus- Georg Deck das Ziel mit einem konventionellen Schaltwerk erreichte und die Speedhub nach zwei Drittel der Strecke vorzeitig nach Hause schicken musste, war schon ein Wermutstropfen. Nach einem Rahmenbruch in Colorado musste er auf ein Zweitrad ausweichen, eine passende Achsplatte oder ein kompatibler Rahmen war leider nicht verfügbar.

Weitere Infos:


Private Seite: www.tourdivide.de

Seite des Veranstalters: www.tourdivide.org