VAGABOND - Unsere Eindrücke nach dem Lockdown

Einige europäische Grenzen wurden für den normalen Tourismus wieder geöffnet. Innerhalb von einem Monat hatten wir so die Möglichkeit von Deutschland über Österreich, nach Italien, Slowenien und nach Kroatien zu radeln. Dabei hatten wir die Gelegenheit zu beobachten, wie unsere Nachbarländer mit dem Corona-Virus umgehen.


Mai/Juni 2020, Bayern: Das Bewusstsein für das Virus war allgegenwärtig zu spüren. Überall trugen die Menschen um uns herum Mundschutz und Handschuhe. Ein Sicherheitsabstand wurde so gut es ging meist eingehalten. Viele Menschen drängte es raus, und wir sahen unterwegs viele Spaziergänger und Radfahrer. Um die Rosenheimer Region bemerkten wir, dass sich hier fast keiner mehr darum scherte, ob der Nebenmann in der Fußgängerzone direkt neben ihm vorbeischlenderte. Wir versuchten, so gut es ging größere Menschenmassen zu vermeiden und hielten (je nach Menschenanzahl) unbewusst die Luft an, wenn jemand unseren Weg kreuzte.


Die Grenze zu Österreich verlief unspektakulär und fast hätten wir noch nicht einmal bemerkt, dass wir uns bereits auf ausländischen Grund und Boden befanden. Bei Bad Reichenhall schlugen wir einen Fuß- und Radweg ein, der direkt ins Nachbarland führte. Lediglich ein Schild, das mit grünen Ranken zugewachsen war, machte darauf aufmerksam, dass man nun in Österreich sei. Dort hielten sich die Menschen gefühlt auch eher zurück. Mittlerweile war es dort allerdings wieder möglich zu mehreren Personen in einem Lokal zu essen – nicht draußen, sondern sogar drinnen.


Juni 2020, Italien: Gar nicht geplant, aber im Anbetracht der vielen Vorschläge, die wir hinsichtlich toller Routen bekommen, mussten wir einfach den Weg nach Italien einschlagen. Wir kamen an die Grenze, sahen einige Polizisten in ihrem Wagen sitzen – und nichts geschah. So radelten wir einfach nach Italien. Kaum auf der anderen Seite angekommen, wurden wir applaudierend von mehreren älteren Herrschaften begrüßt, die in gemütlicher Runde ihren Wein schlürften. Die Stimmung war hier deutlich lockerer, obwohl es Italien hinsichtlich der Todes- und Krankheitsfälle besonders hart erwischt hatte. Einkaufen ohne Mundschutz war zum ersten Mal in Italien wieder möglich.


In Slowenien befanden wir uns, aufgrund der geringen Distanz, nur für einen knappen Tag und fuhren sogleich an die kroatische Grenze. Hier wurden wir zum ersten Mal nach unserem Pass gefragt und wo wir hin wollten. In Kroatien hatten wir das Gefühl, dass überhaupt niemand mehr daran dachte, sich vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Nur in einigen Geschäften trug das Personal Mundschutz, ansonsten sah hier der Alltag wohl so aus wie immer. Nein, nicht ganz. Was sehr auffällig war, war die Abwesenheit der sonst so zahlreichen Touristen. In Porec zum Beispiel, war die Küstenmeile wohl auf etwa 30.000 Besucher eingestellt. Als wir dort waren, waren vor Ort laut Einheimischen nur rund 2.000 Touristen.

Zumindest war der Verkehr deutlich ruhiger und weniger Autos rasten an uns vorbei. Abgesehen vom Virus also eine sehr schöne Reisezeit fürs Fahrrad.
Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht, wo es uns hin verschlägt und wie lange es dauert, bis keine Beschränkungen und Sicherheitsvorkehrungen mehr bezüglich Corona notwendig sind.
Bis dahin geben wir auf uns und andere Acht und rollen immer weiter an der Küste entlang.

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