Die letzten Vorbereitungen des NASA-Moonbuggy Team


Die Firma Rohloff ist erfreut, dass die Arbeiten am Moonbuggy zügig voran gehen und wünschen den Konstrukteuren und Initiatoren viel Glück für das bevorstehende Moonbuggy Race in den Vereinigten Staaten. Ralf Heckel, Vorsitzender des German Space Education Institute, schildert den derzeitigen
Arbeitsstand:

"Die Finger schmerzen vor Arbeit, Müdigkeit nach einer langen Periode von kurzen Nächten ist zu spüren und dennoch herrscht angestrengte Aufmerksamkeit. Das ständig rasselnde Geräusch des Moonbuggy-Kinematik-Prüfstandes ist in den letzten Wochen schon zur Gewohnheit geworden. Jede Woche mischte sich ein weiterer Ton darunter. Baugruppe für Baugruppe wurde in den letzten Wochen mit vier Getrieben gekoppelt und unter Last gestellt. Seit heute ist es das Geräusch eines sich entspannt drehenden Achzylinder-Dieselmotors - natürlich leiser. Es wird erzeugt von vier doppelt lastverteilenden Kegelrädern. Sie bilden das Herzstück eines zukunftsweisenden Differenzialgetriebes auf kleinstem Raum. Es ist ein Uhrwerk aus über 100 Präzisionsteilen geworden, ist eine völlige Neuentwicklung der 17-22 jährigen Jungkonstrukteure und beherbergt Werkstoffe wie Aramid, Carbon und Polymere. Von Außen sieht es aus wie eine Fahrradnabe, innen kann es Kräfte aufnehmen, die eine Verwendung im Motorsport erlauben.

Zum dritten Mal bereiten sich eine kleine ausgesuchte Elite deutscher Schüler und Studenten auf die Herausforderungen eines NASA-Konstruktionswettbewerbes vor, vor denen sich bisher jeder Ingenieur unseres Landes sträubte. Sie wollen zu Lernleistungen motivieren und sind immer noch die Einzigen ihres Landes und der Euro-Region. Fast alle der über fünfzig privaten Industriepartner sind ihnen und ihren außergewöhnlichen Leistungen treu geblieben. Es werden trotz Wirtschaftskrise mehr. Das ist ein Zeichen tiefer Anerkennung verbunden mit der Hoffnung auf diese Generation. Diese Verantwortung nehmen sich die Jungkonstrukteure zu Herzen.

In diesem Jahr werden erstmals in der Geschichte dieses internationalen Wettbewerbes 88 Teams gegeneinander antreten. Es gilt die Herausforderungen unserer Zukunft zu meistern. Das deutsche Team war vor drei Jahren dabei der internationale Anstoß. Seitdem nehmen immer mehr internationale Teams teil. Es werden am 03. und 04. April 2009 zusätzlich acht Teams aus Indien und zwei aus Rumänien erwartet. Die eigentlichen High-Tech-Nationen Europas geraten dabei durch Nichtteilnehme in das Hintertreffen. Dennoch wiegt der Ideenkoffer des deutschen Teams auch im 40. Jahr der Mondlandung schwer. Eine ausgefeilte selbsgebaute Datenelektronik mit Sensoren, Blackbox, Radiotelemetrie und Softwareauswertung ist neben dem Einsatz des Rohloff-Getriebes ein weiterer Joker und Novum auf diesem Wettbewerb. Damit wird ein für diese Altersklassen untypisches wissenschaftliches Niveau erreicht. Die Auswertung der Daten dient später neuen Rückschlüssen auf Festigkeit, Dynamik und die Verwendung von Zukunftswerkstoffen. Die deutschen Organisatoren verstehen es, dies gleichzeitig als naturwissenschaftliches Abiturprüfungs- und Diplomthema anzuwenden, ohne die Lernfreude, Geduld und Begeisterung an der Sache zu nehmen.

Am 25. März werden die Fahrrad-Spitzensportler des Sportgymnasiums Leipzig das Fahrzeug in Augenschein nehmen und auch fahren. Sie kehren vom Trainingslager aus Mallorca zurück. Die Schulleitung und Fachbetreuer der Naturwissenschaften versprechen sich neue Impulse auf beiden Seiten. Nur einen Tag später nehmen die Dozenten und Studenten des Moskauer Luft- und Raumfahrtinstitutes das Gerät in ihre Inspektion. Sie planen eine Beteiligung am Leipziger Zukunftsprojekt. Denn dieses hat den Auftrag zur Konstruktion eines Rovers für die Vorbereitung des bemannten Marsfluges in der Tasche. Mehr dazu demnächst in den Medien unter dem Namen: >Mars 500 Projekt<."
weitere Infos unter:Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.spacepass.de

Die Konstrukteure des Moonbuggy