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Verschleiß & Wechsel von Schaltungsketten

Durch Verschleiß im Kettengelenk längt sich die Kette. Konstruktionsbedingt macht sich dieser Verschleiß immer nur in der Außengliedteilung bemerkbar, so dass sich auch die Kettenteilung durch Verschleiß ändert: Die ehemals gleichen Abstände von Rolle zu Rolle verändern sich in lang-kurz-lang-kurz. Die Verlängerung der Kette und die unterschiedliche Teilung führen zu vermehrtem Verschleiß der Ritzel und Kettenblätter.

Grundsätzlich kann eine Kette so lange gefahren werden, bis Ritzel und Kette so stark verschlissen sind, dass die Kette unter Last über die Zähne springt. In der Regel werden Ketten aber früher getauscht, da mit zunehmender Längung der Kette das Schaltverhalten beeinträchtigt werden kann. Bei der Verwendung von preisgünstigen Ritzeln und Kettenblättern und geringen Belastungen kann man ruhig eine Kette so lange fahren, bis sie nicht mehr richtig funktioniert. In diesem Fall werden dann Kette und Ritzel gemeinsam erneuert.

Bei teuren Ritzeln und Kettenblättern lohnt es sich aber, die Kette zu tauschen, bevor sie durch Längung die Ritzel und Kettenblätter übermäßig verschleißt. Außerdem empfiehlt es sich eine Rohloff S-L-T 99 Kette zu benutzen, da diese konstruktionsbedingt Ritzel und Kettenblätter weniger verschleißt. Wie kann man nun feststellen, wann in diesem Fall die Kette getauscht werden sollte? Bei einer Längung von mehr als 0,1mm pro Gelenk beginnt eine Kette, die Ritzel übermäßig zu verschleißen. Dazu haben wir eine einfache und relativ günstige Methode entwickelt:

Mit der Kettenverschleißmesslehre Rohloff Caliber 2 können Sie durch Eintauchen zwischen die Kettenrollen mit einem Blick sehen, ob die Kette ausgetauscht werden sollte oder nicht. Die eine Seite zeigt eine Längung von 0,1mm pro Gelenk an, die andere ist etwas vorsichtiger mit 0,075mm (Austausch der Kette bei Aluritzeln ist ab dieser Längung empfohlen). Probleme mit der Kraftübertragung und Schaltung müssen aber nicht immer von der Kette verursacht sein.

Moderne Ritzelformen mit niedrigen Zahnflanken und qualitativ minderwertige Massenproduktion sowie das sportliche Fahren mit sehr hohen Kettenlasten sind Gründe dafür, warum Ritzel schon sehr früh stark beschädigt sein können (z.B. durch plastische Verformung). Um auch hier eine Messung des Verschleißes zu ermöglichen, haben wir für die zur Zeit am häufigsten verwendeten HG- und IG-Ritzel ein einfaches Kontrollwerkzeug, den Rohloff HG-IG-Check entwickelt. Optisch lässt sich bei diesen Ritzeln der Verschleiß kaum noch genau ermitteln, deswegen werden in vielen Werkstätten heute vielfach zum Unverständnis der Kundschaft die HG-IG Ritzel beim Kettenwechsel gleich mit getauscht.

Überzeugender für den Verbraucher ist hier die vorherige Messung mit dem Rohloff HG-IG-Check, welcher sichere Auskunft gibt, ob die Ritzel gestauscht werden müssen. Auch dieses preisgünstige Werkzeug sollte deswegen in keiner Werkstatt fehlen.