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Montage von Schaltungsketten

Zur Montage der Schaltungskette am Fahrrad muss diese auf die richtige Länge gebracht und dann verschlossen werden. Da eine Kette an jedem Gelenk gleich belastet wird, werden an die Stelle, an welcher die Kette verschlossen wird, die gleichen Anforderungen gestellt wie an alle anderen. Das heißt, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied.

Zum Verschließen der Kette kann man vier unterschiedliche Verfahren anwenden:

  • Verwendung eines normalen Nietdrückers oder Zange, mit dem jeder beliebige Bolzen der Kette geöffnet und wieder hineingeschoben werden kann.
  • Verwendung eines Nietdrückers und eines speziellen Stifts, mit dem die Kette verschlossen werden soll.
  • Verwendung eines speziellen Verbindungsgliedes, das ohne Werkzeuge geöffnet und geschlossen werden kann.
  • Verwendung des Rohloff Revolver 2, mit dem jeder beliebige Bolzen einer Schaltungskette geöffnet, hineingedrückt und wieder vernietet werden kann.



Die Benutzung eines Schlosses hat den Vorteil der einfachen und schnellen Montage, allerdings erreicht das Schlossstück bei weitem nicht die Stabilitätswerte der anderen Glieder, wodurch so verschlossene Ketten für den Hochleistungseinsatz ungeeignet sind.


Deswegen ist das Endloszusammenfügen die am weitesten verbreitete Methode. Dabei muss der Verschlussbolzen mit einem Gerät durch die Innenlasche und die gegenüberliegende Außenlasche gedrückt werden. Während alle anderen Bolzen in der Fertigung vernietet (d.h. aufgeweitet) werden, um die Seitenstabilität zu erhöhen, schieben Standardgeräte beim Verschließen den Bolzen einfach nur in die Laschenpassung zurück. So bleibt eine Seite unvernietet, wodurch die Bolzenhaltekräfte an der Verschlussstelle auf wenigstens einer Seite je nach Genauigkeit des Einschiebens auf bis zu einem Drittel der Haltekräfte aller anderen Bolzen absinken. Es tritt der gleiche Effekt auf wie bei den Ketten mit Schloss: Die Kette ist an der Stelle des Verschlusses nicht so stabil wie an den anderen Gliedern. Diese Geräte sollten deshalb nur als Notbehelf auf Touren dienen.

Andere Hersteller haben dieses Problem mit einem speziellen Ersatzstift zu lösen versucht, der auf beiden Seiten geweitet ist, so dass die Haltekräfte höher sein sollen als bei Standardstiften. In der Praxis kann aber auch diese Lösung nicht immer voll befriedigen, weil der aufgeweitete Bolzen beim Durchschieben die Außenlaschenpassung beschädigen kann. Dadurch kann es hier zum Drehen der Außenlasche auf dem Ersatzstift kommen.

Sowohl das Schloss als auch der Ersatzstift haben einen konstruktiven Nachteil: Zum Verschließen werden Sonderteile benötigt, die nicht unter allen Umständen zuverlässig arbeiten.

Hier geht Rohloff mit dem Nietwerkzeug Rohloff Revolver 2 einen neuen Weg. Der Verschlussbolzen wird nach dem Durchschieben mit dieses Gerät mit ca. 1,5t Spindelkraft richtig vernietet und dabei besonders markiert. Dadurch ist diese Stelle genauso stabil wie alle anderen und jederzeit wieder auffindbar. Nur durch Verwendung des Rohloff Revolvers erreicht man auch an der Verschlussstelle wieder echte Sicherheit. Den Rohloff Revolver 2 kann man für alle schlosslosen Schaltungsketten verwenden, auch Shimano Ketten. Bei den letzteren sollten Sie auf den Ersatzstift ganz verzichten oder ihn auf beiden Seiten vernieten.

Schließlich ist der Rohloff Revolver 2 handlich und äußerst langlebig. Sogar bei der Fahrradmontage in der Erstausstattung wird er in zunehmenden Maße eingesetzt, denn die Produkthaftpflichten zwingen die Hersteller immer mehr dazu, alles technisch Mögliche zu tun, um ihre Produkte noch sicherer zu machen.

In jedem Fall sollte die Kettenmontage nur von geschultem Personal vorgenommen werden. Nach der Montage sollte geprüft werden, ob der Verschlussbolzen auf beiden Seiten den gleichen Abstand hat wie die anderen Bolzen.